Manchmal, so lass ich mich in meiner Phantasie treiben. Ich meine jetzt nicht allgemein, sondern eine ganz bestimmte: wie fühlt es sich an, als Urmensch die Welt zu entdecken. So vor etwa 100'000 Jahren, als einer der ersten modernen Menschen Europa entdecken. Eine Welt nur bestehend aus Bergen und Wäldern. Wie sieht es aus, wenn man zum ersten Mal den Uetliberg erklimmt, runterschaut, und am Seeende keine Stadt liegt, sondern ein Moor. Ich überlege mir, wo man wohl ein sicheres Nachtlager finden könnte. Und ob man sich hier wohl niederlassen könnte, oder ob der Weg weiter nach Norden führen sollte. Führt überhaupt ein Weg über den Fluss da unten. Vermutlich folg ich ihm mal Flussabwärts, irgendwo gibts sicher eine Furt. Und was, wenn nicht? Schliesslich bin ich schon mehrere Jahre unterwegs, ohne einen anderen Menschen gesehen zu haben. Eigentlich fühl ich mich so ja wohler, aber irgendwie... Man wird ja auch nicht jünger und immer nur Früchte und Nager kann's ja auch nicht sein.
Und plötzlich bin ich wieder zurück. Was, wenn die Sapir-Whorf-Hypothese korrekt ist, und die Sprache das Denken formt? Ich hätte vermutlich damals wenn, dann nur eine sehr rudimentäre Sprache besessen. Hätt ich mir also solche Gedanken betreffend einer grösseren Planung der Zukunft machen können? Oder war es ein Leben mehr in den Tag hinein? Heute hier - morgen da, und was dahinter liegt ist mir scheissegal?
P.S.: Zum Thema Urzeit: in unserer Welt hat die Kirche noch immer (oder eher wieder) genug Einfluss, um ein Kirchensatire aus dem Program zu kippen. Wären Muslime besser mit den Mächtigen in Europa vernetzt, müssten sie nicht erst im Nachhinein gegen Karikaturen protestieren.
(Photo geliehen bei flickr)
Monday, 10. May 2010
Die Welt der Zyniker
Die UBS (und die anderen Banken mit ihr) schreibt wieder Gewinne. Womit? Mit unserem Geld. Zu lächerliche Zinssätzen bekomen sie das Geld von den Zentralbanken (zum Grossteil im Besitz der Kantone, somit des Volkes) nachgeworfen, um die Realwirtschaft anzukurbeln und investieren es gleich wieder in mehr oder weniger sichere Staatsanleihen, welche durch den Staat (sprich durch das Volk) zu einem viel höheren wieder verzinst werden müssen. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass die Bank dafür das Risiko trägt. Stimmt auch, aber nur bis zu ihrem Eigenkapital. Sollte ein Ausfall darüber hinaus gehen, wäre die Bank bankrott und die Gläubiger, sprich die Anleger und die Nationalbank, dürften bluten. Nun gut, die Einlagen der Anleger sind ja bis zu einem gewissen Satz abgesichert. Durch den Staat, sprich uns selbst. Und sollte die Bank UBS heissen, werden wir sie sowieso wieder irgendwie mit unseren Geldern zum Dreck raus ziehen. Und gerade im Fall der UBS wäre dies möglich, sollte z.B. Spanien als Schuldner ausfallen. Egal wies ausgeht. Wir zahlen immer, die einzige Frage ist wie viel wir zahlen, und wieviel das Managment der Bank am Schluss im eigenen Sack und im dem der Aktionäre hat.
Aber man kann Sozialzynismus auch noch eine Stufe höher spielen. In der Liga der Hedge Funds. Das Prinzip dort: man leiht sich ein grosse Menge Geld, geht damit ins Kasino und setzt auf Rot oder Schwarz. Hat man recht verdoppelt man, zahlt seine Schulden zurück und hat grosse Gewinne gemacht. Liegt man daneben, so hat man kein Eigenkapital, mit welchem man für den Verlust gerade stehen muss. Der Verlust liegt dann irgendwo in den Tiefen des Kapitalmarktes (die Gläubiger waren ja klug genug, das Risiko weiter zu verkaufen) und man spielt das Spiel von neuem, bis man gewinnt. Sollte ein grosser Hedge Fund Konkurs gehen, muss dann natürlich die öffentliche Hand (sprich: wir) einspringen, um einen Kollaps der Kapitalmärkte zu verhindern.
Und weshalb dürfen wir für all diese privaten Gewinne bezahlen? Weil wir's zulassen. Die westliche Welt, und mit ihr die Standorte dieser Transaktionen, ist demokratisch organisiert und alle Macht geht vom Volke aus: auch die Macht, volkswirtschaftlich schädliches Handeln zu unterbinden!
Aber man kann Sozialzynismus auch noch eine Stufe höher spielen. In der Liga der Hedge Funds. Das Prinzip dort: man leiht sich ein grosse Menge Geld, geht damit ins Kasino und setzt auf Rot oder Schwarz. Hat man recht verdoppelt man, zahlt seine Schulden zurück und hat grosse Gewinne gemacht. Liegt man daneben, so hat man kein Eigenkapital, mit welchem man für den Verlust gerade stehen muss. Der Verlust liegt dann irgendwo in den Tiefen des Kapitalmarktes (die Gläubiger waren ja klug genug, das Risiko weiter zu verkaufen) und man spielt das Spiel von neuem, bis man gewinnt. Sollte ein grosser Hedge Fund Konkurs gehen, muss dann natürlich die öffentliche Hand (sprich: wir) einspringen, um einen Kollaps der Kapitalmärkte zu verhindern.
Und weshalb dürfen wir für all diese privaten Gewinne bezahlen? Weil wir's zulassen. Die westliche Welt, und mit ihr die Standorte dieser Transaktionen, ist demokratisch organisiert und alle Macht geht vom Volke aus: auch die Macht, volkswirtschaftlich schädliches Handeln zu unterbinden!
Tuesday, 26. January 2010
Das "Ich" und die Welt
Im Magazin von letzter Woche und im Tagi von heute gibt es drei Artikel, die sich eigentlich alle um des gleiche Thema drehen. Es sind dies das Interview mit Alain de Botton, der Artikel "Ihr erlebt Euren Untergang" und der Artikel "Eine Epidemie der Selbstverliebtheit".
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Monday, 14. December 2009
Warum sich nichts bewegen wird
Dass sich die Menschheit in der Vergangenheit nicht gerade mit Blumen geschmückt hat bei der Bewältigung von Problemen, welche nicht kriegerisch gelöst werden konnten, ist bekannt. Dass dieselbe Menschheit mit dem Klimawandel vor einem solchen Problem steht ebenfalls. Und leider auch die gewissheit, dass sie auch diesmal das Problem nicht zum Ruhme der Menschheit lösen wird.
Grund für meine Ueberzeugung war ein Gespräch letzhin im Zug. Klimakonferenz in Kopenhagen. Viel Unmut darüber, dass wieder nichts gemacht werden würde, ausser schön geredet. Dann änderte sich das Thema dahin, dass Reiche (wörtlich: Leute mit einem Jahreseinkommen über 1 mio Franken) eines der Hauptprobleme seien, da diese einen verschwenderischen Lebensstil hätten und nicht bereit wären, Teile des Einkommens dahin zu verwenden, klimafreundlicher zu Leben. Mein Einwand, dass es zu kurz greift, einfach Reichen eine Uneinsichtigkeit ihres Handlens zu unterstellen, wurde abgeschmettert. Dass, ob 1 Million Jahreseinkommen oder 50'000 Franken, die meisten Menschen zuerst immer einfach ihren Lebensstandart halten, bzw. verbessern wollten, wurde verneint. "Aermere" seien eher zu Einschränkungen bereit. Wie dem auch sei, die Diskussion ging weiter. 5 Minuten später kam dieselbe Person darauf zu sprechen, dass eine Erhöhung des Benzinpreises (das Thema wurde wirklich von ihr selbst angeschnitten) nicht in Frage käme. Eine Erhöhung auf 3 Franken/Liter würde dazu führen, dass sie ihr Auto nur noch sehr beschränkt nutzen könnte oder ganz darauf verzichten müssten. Und eine solche Einschränkung wäre nicht vertretbar.
Vermutlich wird das Problem dadurch gelöst, dass wir in 50 Jahren an der Schweizer Grenze wie seinerzeits in der DDR einen Schiessbefehl haben werden, aber nicht für die, welche abhaun möchten, sondern für die überschwemmten Norddeutschen, die rein möchten.
Grund für meine Ueberzeugung war ein Gespräch letzhin im Zug. Klimakonferenz in Kopenhagen. Viel Unmut darüber, dass wieder nichts gemacht werden würde, ausser schön geredet. Dann änderte sich das Thema dahin, dass Reiche (wörtlich: Leute mit einem Jahreseinkommen über 1 mio Franken) eines der Hauptprobleme seien, da diese einen verschwenderischen Lebensstil hätten und nicht bereit wären, Teile des Einkommens dahin zu verwenden, klimafreundlicher zu Leben. Mein Einwand, dass es zu kurz greift, einfach Reichen eine Uneinsichtigkeit ihres Handlens zu unterstellen, wurde abgeschmettert. Dass, ob 1 Million Jahreseinkommen oder 50'000 Franken, die meisten Menschen zuerst immer einfach ihren Lebensstandart halten, bzw. verbessern wollten, wurde verneint. "Aermere" seien eher zu Einschränkungen bereit. Wie dem auch sei, die Diskussion ging weiter. 5 Minuten später kam dieselbe Person darauf zu sprechen, dass eine Erhöhung des Benzinpreises (das Thema wurde wirklich von ihr selbst angeschnitten) nicht in Frage käme. Eine Erhöhung auf 3 Franken/Liter würde dazu führen, dass sie ihr Auto nur noch sehr beschränkt nutzen könnte oder ganz darauf verzichten müssten. Und eine solche Einschränkung wäre nicht vertretbar.
Vermutlich wird das Problem dadurch gelöst, dass wir in 50 Jahren an der Schweizer Grenze wie seinerzeits in der DDR einen Schiessbefehl haben werden, aber nicht für die, welche abhaun möchten, sondern für die überschwemmten Norddeutschen, die rein möchten.
Monday, 30. November 2009
verschiedene Gedanken zu gestern
- Die Initiative wurde angenommen von Menschen, die nicht direkt betroffen sind davon.
- Als nächstes planen die Initianten ein Kopftuchverbot. Gut ist meine Grossmutter väterlicherseits tot ist. Sie trug eigentlich immer, wenn sie an die Sonne ging, ein Kopfuch.
- Und was sagen wir den Bikern?
- Darf ich als nicht-Moslem einen minarett-artigen Turm bauen? Als nicht-Moslem kann es ja kein Minarett sein.
- Wenn Minarette und Kopftücher Zeichen der Unterdrückung sein sollen, wie muss ich mich als protestantischer und naturismusfreundlicher Agnostiker im Kanton mit der höchsten Zustimmung fühlen? Ueberall drohen katholische Kirchtürme und ein Nacktwanderverbot.
- Dass die meisten Leute, welche Kopftücher verbieten wollen, diejenigen sind, die darüber schimpfen, dass die heutige Jugend soviel Haut zeigt.
- Dass die meisten Leute, die Angst haben, dass mit dem Erbau von Minaretten "die Sharia" eingeführt würde, die gleichen sind, die mit Straftätern härter umspringen wollen und die Todesstrafe befürworten.
- Dass die meisten Leute, die gegen den Bau von Minaretten sind, kein Problem haben mit Waffenlieferungen an Länder mit extremistischen Regierungen
to be continued...
- Als nächstes planen die Initianten ein Kopftuchverbot. Gut ist meine Grossmutter väterlicherseits tot ist. Sie trug eigentlich immer, wenn sie an die Sonne ging, ein Kopfuch.
- Und was sagen wir den Bikern?
- Darf ich als nicht-Moslem einen minarett-artigen Turm bauen? Als nicht-Moslem kann es ja kein Minarett sein.
- Wenn Minarette und Kopftücher Zeichen der Unterdrückung sein sollen, wie muss ich mich als protestantischer und naturismusfreundlicher Agnostiker im Kanton mit der höchsten Zustimmung fühlen? Ueberall drohen katholische Kirchtürme und ein Nacktwanderverbot.
- Dass die meisten Leute, welche Kopftücher verbieten wollen, diejenigen sind, die darüber schimpfen, dass die heutige Jugend soviel Haut zeigt.
- Dass die meisten Leute, die Angst haben, dass mit dem Erbau von Minaretten "die Sharia" eingeführt würde, die gleichen sind, die mit Straftätern härter umspringen wollen und die Todesstrafe befürworten.
- Dass die meisten Leute, die gegen den Bau von Minaretten sind, kein Problem haben mit Waffenlieferungen an Länder mit extremistischen Regierungen
to be continued...
Was soll der Scheiss
Wie intelligent ist das denn, die Islamische Welt vor den Kopf zu stossen, ihr aber weiterhin Waffen zu liefern...
Friday, 25. September 2009
Ich reg mich wieder mal auf
Meine liebste Fortbewegungsart für Mittelstrecken wird nach Süden gestrichen: In 3 Monaten gibts keine Nachtzüge mehr nach Italien. Was soll der Scheiss?
Gibt doch nichts Gemütlicheres als einsteigen, schlafen, und mitten im Ziel Aufwachen.
Wie vielleicht schon in privaten Gesprächen erwähnt: ich mochte Andreas Meyer schon bei Amtsantritt nicht.
Gibt doch nichts Gemütlicheres als einsteigen, schlafen, und mitten im Ziel Aufwachen.
Wie vielleicht schon in privaten Gesprächen erwähnt: ich mochte Andreas Meyer schon bei Amtsantritt nicht.
Friday, 11. September 2009
Späte Rehabilitation eines Kriegshelden
Im zweiten Weltkrieg war er vermutlich derjenigen, welcher den westlichen Aliierten die grössten Verluste ersparte. Durch seine Arbeit konnten Enigma entschlüsselt und die deutschen U-Boote geortet werden. Sein Werk legte später den Grundstein moderner Computer, bzw. Theory of Computation. Alan Turing hätte also durchaus die Fähigkeiten, um mit einem mit Wissenschaftlern wie Einstein auf einer Stufe zu stehen. Hätte, wäre er nicht homosexuell gewesen. 1953 wurde er wegen homosexuellen Handlungen verurteilt (war in England auch über ein halbes Jahrhundert nach der Verurteilung von Oscar Wilde verboten) und vor die Wahl gestellt, ins Gefängnis zu wandern oder sich chemisch kastrieren und psychiatrisch behandeln zu lassen. Nach einem Jahr Behandlung und einem Paar Brüste setzte er dem ein Ende und biss in den von ihm vergifteten Apfel (dieser wurde dann das Logo von Apple).
Heute, 55 Jahre nach dem Tod, hat sich der britische Premier Gordon Brown öffentlich für die Behandlung entschuldigt. Zeit war's. Und es hat den Druck einer Petition gebraucht.
Heute, 55 Jahre nach dem Tod, hat sich der britische Premier Gordon Brown öffentlich für die Behandlung entschuldigt. Zeit war's. Und es hat den Druck einer Petition gebraucht.
Sunday, 30. November 2008
Aus aktuellem Anlass
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Kommentare
Mon, 06.09.2010 01:04
Das ist verdammt anstrengend, ich bin aufgewacht und f [...]
Mon, 06.09.2010 00:57
time for...Piiiiiigs...iiiin...spaaaaaaace!
Sun, 05.09.2010 21:51
Rocky Horror Show meets Florian, the Scientist... Du h [...]
Sun, 05.09.2010 20:45
Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer der Raumkap [...]
Thu, 02.09.2010 21:39
Leider sind die allgemein wenig bekannt! ich versuche [...]